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Terrasse mit Ausblick

Text: Gregor Ladenhauf • Fotografie: Zanshin Kuge

Es ist ein offenes Geheimnis, dass eine Schwalbe allein noch keinen Sommer macht. Dieses geflügelte Wort lässt sich auch wunderbar auf kulinarische Erlebnisse ummünzen, denn es ist nie nur ein Gericht, ein Geschmack, ein Getränk allein, das uns schwärmen und jubilieren lässt.

Es ist die Gesamtheit der sinnlichen Eindrücke, die einen Restaurantbesuch zu einer besonderen Erfahrung macht. Wie euphorisch es sich doch gestalten kann, ein erlesenes Menü im Beisein gleichgesinnter Menschen in einer gastfreundlichen Atmosphäre zu zelebrieren. Und noch besser: Bei angenehmen Temperaturen im Freien – selbstverständlich meisterhaft zubereitet von Christoph Mandl und seiner Küchenfamilie.

Etwas versteckt neben dem Gemüstegarten bietet der Kirschtisch eine besonders private Atmosphäre.

Die großräumige Terrasse mit dem malerischen Ausblick auf den Stradener Ortskern lädt mit ihrer Holzlaube sofort dazu ein, den Alltag in den Hintergrund treten zu lassen und ganz im Jetzt zu verweilen und dem Genuss mit ganzer Aufmerksamkeit zu frönen. Das Saziani geizt nicht mit seinen Reizen, sondern spielt seine Stärken routiniert mit lässigem Understatement aus.

Die malerische Aussicht auf den Ortskern von Straden von der Terrasse aus.

Schon beim kurzen Fussweg vom Kiesplatz mit dem Schattenspiel der Parkraumüberdachungen zwischen den weithin sichtbar hochaufragenden Zypressen beginnt sich die Vorfreude auf die Umgebung einzustimmen. Das Restaurant fügt sich durch seine niedrige Bauweise angenehm unaufgeregt in die Landschaft und versteckt sich fast ein wenig hinter den Hecken, die den Eingang säumen, doch das ist nur ein Mittel zum Zweck. Hier wird nicht frontal geklotzt, sondern spielerisch leicht begleitet, und so führt der Weg vorbei am bewachsenen Wintergarten, der das Gewölbe eröffnet, zum eigentlichen Ziel unserer Entdeckungsreise, der Veranda, die die Gemütlichkeit eines Buschenschanks verströmt. 

Wie auch die Innenräume verströmt die Terrasse Gemütlichkeit und Eleganz.

Bei einem guten Glas Wein den Blick weit hinaus ins steirische Vulkanland bis nach Slowenien schweifen zu lassen und dabei der Natur zu lauschen, den Bienen bei der Arbeit zuzusehen.

Bei einem guten Glas Wein den Blick weit hinaus ins steirische Vulkanland bis nach Slowenien schweifen zu lassen und dabei der Natur zu lauschen, den Bienen bei der Arbeit zuzusehen. Das sporadische Schnattern der benachbarten Laufgänse begleitet die Speisenfolge, während die Sonne langsam dem Horizont zum farbenfrohen Finish entgegenstrebt und die Ewigkeit in den Moment gegossen erscheint. Wer will jetzt schon nach Hause gehen? Der Keller ist gut gefüllt mit vielen Schätzen steirischer Weingüter, ob naturnah oder klassisch und natürlich Neumeister jahrgangtief. Oder darf es vielleicht ein gekühlter Longdrink sein, Gastgeberin Ruth bringt mit Freude, was das Herz und der Gaumen begehrt.

Ein Fest für die Sinne, der Genuss im Freien ist ein besonderes Erlebnis.

Ringsum duftet die Natur, Seerosen, Efeu, Bambus und vielerlei Blumen spenden beruhigendes Grün und Schatten, ein kühles Lüftchen umspielt schmeichelnd das Gemüt. Hier und sofort einfach alles baumeln lassen, nicht nur die sprichwörtliche Seele, sich einfach willkommen und eingeladen fühlen. Noch privater erlebt es sich in Gesellschaft geliebter Menschen, ob Partner, Freunde oder Familie, leicht versteckt am Kirschtisch im Schatten der Bäume. 


In unmittelbarer Nähe des hauseigenen Gartens, wo es wuchert und gedeiht und kräutrig duftet nach Rosmarin, lohnt sich ein Streifzug durch das Gewächshaus, wo sich die Kirschtomaten traubenschwer an den Rispen hängen. Die Rebstöcke am Ried Saziani wollen auch einen Blick erhaschen, während die Kinder sich am Spielplatz hinter dem Haus vergnügen und Junggebliebene sich gegenseitig zum Schaukeln verführen. Das Saziani ist ein unaufdringlicher Wohlfühlort voll Lockerheit par excellence, warum in die Ferne fahren, liegt das Gute doch so so nah.


Und wenn der so schwelgend verbrachte Tag in einen ausufernden Abend überfliesst und sich dann doch leider, leider irgendwann dem Ende zuneigt, sind die gemütlichen Hotelzimmer gar nicht weit …  


Am liebsten einfach ewig verweilen und sich verwöhnen lassen…